48 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-03734-042-4
€ 6,00 / CHF 9,00
Die Welt, in der wir leben, präsentiert sich als ungeheure Wucherung von Dispositiven. Im Leben des Einzelnen gibt es keinen einzigen Moment mehr, der nicht von irgendeinem Dispositiv modelliert, kontrolliert oder kontaminiert wäre. Am Ursprung eines jeden Dispositivs – vom Mobiltelefon bis zum Fernsehen, vom Computer bis zum Autoverkehr – steht in Wirklichkeit ein Glücksverlangen, dessen Erfassung die spezifische Potenz des Dispositivs konstituiert.
In seinem kurzen, programmatischen Text entwickelt Agamben eine erhebliche Erweiterung des Dispositivbegriffs, wie er insbesondere von Foucault geprägt wurde. Mit Bezug auf die eigenen Studien zur theologischen Genealogie der Ökonomie verweist er auf den Gebrauch des lateinischen dispositio durch die Kirchenväter als Übersetzung von oikonomia: als ein Ensemble von Praxen, Kenntnissen, Maßen und Institutionen, deren Ziel die Verwaltung, Leitung, Kontrolle und Ausrichtung der Gesten und Gedanken des Menschen ist.
»Was ist ein Dispositiv? macht Lust auf mehr Agamben. Er hat sich im Anschluss an Foucault als profounder, historisch informierter und provokativer Analytiker und Diagnostiker unseres gegenwärtigen Zeitalters erwiesen.Die maßgebliche Leistung dieses Büchleins besteht zudem darin, dass es seinem Titel mehr als gerecht wird. Eine Begriffsgeschichte auf so knappem Raum pointiert entwickelt zu sehen, macht tatsächlich Freude, und allein deshalb lohnt es sich, diesen Text zur Hand zu nehmen.« Arno Herberth, KULT_online
»Es gibt nicht viele philosophische Publikationen, die den Anspruch, Fragen zu beantworten, auch tatsächlich auf leicht verständliche Weise einlösen: Giorgio Agambens kleine Broschüre zum Dispositiv wird dem gerecht. Darüber hinaus bietet sie mit ihren an Foucaults Dispositivbegriff anschließenden, eigenen Überlegungen einen anspruchsvollen Denkanstoß zu einem der ideengeschichtlich prominentesten Begriffe der zeitgenössischen politischen Philosophie.« Rainer Schmitz/Johanna Söhnigen, Zeitschrift für philosophische Forschung
»In den Augen der Macht ähnelt nichts dem Terroristen so sehr wie der allergewöhnlichste Mensch.«
lehrt Philosophie in Venedig, an der European Graduate School in Saas-Fee und am Collège International de Philosophie in Paris und ist einer der meistdiskutierten europäischen Philosophen unserer Zeit. In den letzten Jahren galt sein Hauptinteresse dem Grenzbereich von Recht, Philosophie und Politik, den er in einer (als dreibändiges Werk konzipierten) Genealogie der Biopolitik mit dem Titel »Homo sacer« analysiert.
weiterDie preiswerten »kleinen Geschwister« der TransPositionen präsentieren auf maximal 120 Seiten prononciert politische Beiträge zu gegenwärtigen Debatten.
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