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Wissenschaft

Dies ist keine Zeit für Fakten
Dies ist keine Zeit für Fakten

A.K. Kaiza

Eine kommentierte Geschichte Wakandas

Der Film Black Panther, der erfolgreichste Superheldenfilm aller Zeiten, stellt Wakanda auf eine sehr spezifische und vielleicht emanzipatorische Weise dar. Black Panther, jetzt der König des verborgenen Superstaates, steht seinem Erzfeind Killmonger gegenüber, der für einen Aufstand gegen den neoliberalen Imperialismus Waffen an den Globalen Süden verteilen will. Die Szene, die Erik »Killmonger« Stevens, den Antagonisten von Ryan Cooglers Helden, vorstellt, spielt in einem Museum. Killmonger (gespielt von einem auratischen Michael B. Jordan) wird von einer weißen Expertin durch eine westafrikanische...
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60 Billiarden Moleküle

Thomas Huber

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Dieter Mersch

Digital Disrupture

Theorien des Digitalen beziehen ihre Konjunktur aus einer zweideutigen Lage. Zum einen besitzen sie ihre Herkunft in den Visionen und Utopien der gegenkulturellen Aufklärung der 1970er Jahre, aus denen nicht nur der Personal-Computer, sondern auch die Medienwissenschaften und Medientheorien hervorgegangen sind, die den digital disrupture theoretisiert und unter Reflexion gestellt haben und nach deren Diagnose wir vor einer ebenso nachhaltigen Zäsur stehen wie die frühe Neuzeit mit der Erfindung des Buchdrucks. Alle Zeichen und Inhalte bisheriger Kulturen stehen damit auf dem Prüfstand, werden transformiert und von einer Entwicklung überholt, deren weitere Dynamik kaum absehbar ist. Die mit der Digitalisierung verbundene technologische Wende, so die allgemeine Analyse, werde alle Lebensverhältnisse dermaßen verändern und von Grund auf durchschütteln, dass mit Marshall McLuhan und dessen zusammen mit Quentin Fiore verfassten Buch, dessen Titel ironischerweise nicht lautet: The Medium is the Message, sondern The Medium is the Massage, von einer gründlichen ›Massage‹ des gegenwärtigen...

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Jean-Luc Nancy

Des zétrangers des zah des zuh

Fremdartiger extraneus von draußen nicht von drinnen (intraneus) nicht von zu Hause unheimlich nicht von daheim
vor den Toren – fores foreigner nicht im Einklang zu viel odd irregulär nicht normal selten sonderbar seltsam merkwürdig besherat tapfer elegant eigensinnig durchgedreht verschroben falsch frappierend ungewöhnlich erstaunlich

 

Es ist erstaunlich wie reich wir sind an Wörtern Formen Weisen die um das seltsam Fremde des Ausländers kreisen der nicht unser Landsmann ist pas pays avec nous wie man früher in Frankreich sagte c’est un pays à moi für jemanden aus meinem Dorf meiner Gegend meiner Provinz meinem Nest

 

Reich im Übermaß für alles was nicht nah und eigen geeignet passend mitmenschlich ist kein Mitdasein

 

Denn wir nehmen an dass mit avec with stimmig gehaltvoll solide und solidarisch ist und dass das was without avecsans mitohne ist außermittig oder außermitmenschlich

 

Aber »mit« »selbig« »nah« verlangt das Abrücken das Außen

 

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  • Farbe und Bedeutung

    Farbe und Bedeutung

    Who is afraid of Red, Yellow, Blue…?

    • Bildlichkeit
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    • Farbenlehre
    • Semiotik / Semiologie
    • Monochrom
  • minima oeconomica

    minima oeconomica

    Analysen und Kritik moderner Ökonomie, deren Wissenschaft und Legitmation im Zeitalter der Finanzialisierung

    • Wirtschaft
    • Ökonomisierung
    • Diskursgeschichte
    • Finanzkrise
    • Finanzmärkte
    • Ökonomie
    • Betrachter
    • Optische Täuschung
    • Blick
    • Spiegel
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Gianluca Solla, Chiara Zamboni

Die Schaffung von Freiräumen als Widerstandspraxis

Das Verhältnis zwischen Studierenden und Lehrenden ist der Raum, in dem, trotz der immer knapperen Studienzeit, ein Experimentieren des Lehrens und des Lernens stattfinden kann. Im Gedankenaustausch zwischen Studierenden und Lehrenden erhalten die Transformationen der Realität einen sprachlichen Ausdruck (↑ Korrektur). Erst so kann eine Diskussion darüber stattfinden, wie man in Bezug auf solche Transformationen handeln kann.

Lehren und Lernen: Es handelt sich dabei nicht um programmierbare, objektive Faktoren, sondern um Erfahrungen, über die zwar berichtet werden kann, die aber nicht antizipierbar sind. Sie machen Sinn erst in den Prozessen, aus denen sie hervorgehen (↑ Vorlesung2). Nur teilweise sind solche Prozesse bewusst und lassen sich anderen zeigen. Der Versuch, sie zu verstehen und mit ihnen umzugehen, erhöht unser Bewusstsein und unsere Fähigkeit, mit Kreativität und Genauigkeit im Unterrichtsraum und in anderen Lernsituationen zu handeln und zugleich darüber nachzudenken.

Die Begegnung von unterschiedlichen singulären Erfahrungen regt den Kreislauf des lebendigen Denkens an. Sie besitzt eine...

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Diedrich Diederichsen

Menschen als Medien in verschiedenen Stadien der Kulturindustrie

Ein wütender und ein bisschen irregulärer Konsum, der gezielt gegen den Erziehungserfolg der Pseudo-Individualität aufbegehrt: Genau dieses seit den 50ern anschwellende Geräusch stellt diese merkwürdige Verbindung von allen möglichen kulturellen Objekten (Bildern, Tönen, Modellen von Körperhaltung, Frisuren) und deren umstandsloser Umsetzung im Alltagsleben her. Das führt zu weiteren, auch durchdachteren Befreiungsstufen. Es führt aber auch zum nächsten Zyklus der Konsumentenmobilisierung, die mehr und mehr mit einer Medialisierung von Menschen, den Rezipienten nämlich, einhergeht. Die Pop-Musik gebietet bald über eine self-fulfilling Gegenwarts­diagnose: Sie handelt und feiert die Menschen, welche die von ihr ausgerufene Diagnose entgegennehmen und im öffentlichen Raum aufführen, um sie wahr zu machen. Es gibt einen neuen Stamm in der Stadt, hören wir, okay, wir sind bereit, dieser Stamm zu sein. Dadurch sind nun wir und die Diagnostiker, die uns ins Leben gerufen haben, eng verbunden. Die vor allem in der spanischen und lateinamerikanischen Literatur immer mal wieder durchgespielte...

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Wildgewordener Frühkapitalismus 
in Ostindien
Wildgewordener Frühkapitalismus 
in Ostindien

Alexander Kluge, Joseph Vogl

Kleinholland auf den Pfefferinseln

Kluge: Gibt es einen Prototyp, einen Mann, der diesen holländischen Charaktertyp des bürgerlichen Menschen, des entschiedenen Menschen spiegelt?
 
 Vogl: Es gibt eben einen Typus, wenn man so will, realhistorisch, den ersten Gouverneur der Ostindienkompanie in Südostasien, Jan Pieterszoon Coen mit Namen, einen Typus, der das besondere Format des abendländischen Subjekts zu dieser Zeit verkörpert, einen Typus, der mit groben Unterscheidungen erfolgreich im Unübersichtlichen operiert, Zivilisation und Wildnis, Menschen und Barbaren. Ein gutes, effizientes Produkt europäischer Zuversicht, tatkräftig, zuverlässig und glaubensfest, Sympathisant...
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Philipp Felsch

Wissen, ca. 1980

Offen gestanden versuche ich, das Wort ›Praktiken‹ inzwischen möglichst selten zu verwenden. Denn bei den letzten Malen zerfiel es mir manchmal wie ein modriger Pilz im Mund. Wenn ich es von anderen höre, reagiere ich skeptisch: Kaum ein anderer Begriff kommt innerhalb der Wissenschaftsgeschichte und den angrenzenden Kulturwissenschaften nämlich mit einer so massiven Selbstevidenz daher. Meistens nicht allein, sondern von einem Attribut begleitet. Dann ist von ›diskursiven‹, ›epistemischen‹ oder ›kognitiven‹ Praktiken die Rede. Stets geht es darum, etwas, das mit Wissen, mit Denken oder Begriffen zu tun hat, in Wirklichkeit als Praxis zu erweisen. Soweit ich sehe, ist das seit den achtziger Jahren der Fall. Doch anders als damals werden die Voraussetzungen, die Ansprüche und Implikationen dieser Umdeklarierung heute kaum noch diskutiert. Eine diffuse Bedeutung, die immer mittransportiert wird, lautet: »Hier wird keine Ideen­geschichte getrieben.« – »Und das ist auch gut so!«, könnte der oder die Betreffende sogleich hinzufügen, denn einer...

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Rudolf Stichweh

Bildung oder Humankapital?

Humankapital teilt mit Bildung vor allem den Gesichtspunkt der Allgemeinheit (aber nicht die Unbegrenztheit oder gar Unendlichkeit). Humankapital ist inkorporiertes, hochgradig generalisiertes Vermögen, das auch vorliegt, wenn man nicht eine der »practical arts« studiert hat, und das als Humankapital die gesellschaftsweite Anschlussfähigkeit des Studiums für Lebensführung und Beruf verbürgt (↑ Austauschbarkeit). »Humankapital« ist treffender als der Bourdieu’sche Begriff des »kulturellen Kapitals«, weil dieser zu eng mit der klassischen Bildungswelt zusammenhängt, die für viele nicht mehr bedeutsam ist. »Kulturelles Kapital« vermittelt noch die Vorstellung, dass es eine in irgendeinem Sinne geschlossene Sphäre der Kultur gibt, in die man auf der Basis von Bildungsanstrengungen eintritt. Im Vergleich dazu geht es aber heute um viel generellere Kompetenzvermutungen, zu deren Bildung die Universität einen signifikanten Beitrag leistet und um deren willen man ihr einen Anteil Lebenszeit schenkt. Dies bereitet eine Lebensführung vor, die vielleicht die einer »kreativen Klasse« ist, der man zuzugehören wünscht, die aber...

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