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Wissenschaft

»The Cleaners« – Über die Grenzen des Zeigbaren
»The Cleaners« – Über die Grenzen des Zeigbaren

Christian Beetz, Hendrik Rohlf

Katalysatoren der Radikalisierung

Mit dem Weg in die digitale Gesellschaft befinden wir uns wahrscheinlich an einem der größten Scheidewege der menschlichen Zivilisation. Das Problem ist, dass der Mensch über keinerlei Bilder für das verfügt, was da auf ihn zukommt, und entsprechend die digitale Gesellschaft nicht denken kann. Wir müssen uns bewusst machen, dass die Funktionsweisen der sozialen Medien auf die menschliche Psyche ausgerichtet sind und einen großen Einfluss auf unsere Kultur und Politik haben. Sie bestätigen nur die eigene Sichtweise, entsozialisieren das Individium...
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Aktuelle Texte

Dieter Mersch

Digital Disrupture

Theorien des Digitalen beziehen ihre Konjunktur aus einer zweideutigen Lage. Zum einen besitzen sie ihre Herkunft in den Visionen und Utopien der gegenkulturellen Aufklärung der 1970er Jahre, aus denen nicht nur der Personal-Computer, sondern auch die Medienwissenschaften und Medientheorien hervorgegangen sind, die den digital disrupture theoretisiert und unter Reflexion gestellt haben und nach deren Diagnose wir vor einer ebenso nachhaltigen Zäsur stehen wie die frühe Neuzeit mit der Erfindung des Buchdrucks. Alle Zeichen und Inhalte bisheriger Kulturen stehen damit auf dem Prüfstand, werden transformiert und von einer Entwicklung überholt, deren weitere Dynamik kaum absehbar ist. Die mit der Digitalisierung verbundene technologische Wende, so die allgemeine Analyse, werde alle Lebensverhältnisse dermaßen verändern und von Grund auf durchschütteln, dass mit Marshall McLuhan und dessen zusammen mit Quentin Fiore verfassten Buch, dessen Titel ironischerweise nicht lautet: The Medium is the Message, sondern The Medium is the Massage, von einer gründlichen ›Massage‹ des gegenwärtigen...

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Aktuelle Texte

Jean-Luc Nancy

Des zétrangers des zah des zuh

Fremdartiger extraneus von draußen nicht von drinnen (intraneus) nicht von zu Hause unheimlich nicht von daheim
vor den Toren – fores foreigner nicht im Einklang zu viel odd irregulär nicht normal selten sonderbar seltsam merkwürdig besherat tapfer elegant eigensinnig durchgedreht verschroben falsch frappierend ungewöhnlich erstaunlich

 

Es ist erstaunlich wie reich wir sind an Wörtern Formen Weisen die um das seltsam Fremde des Ausländers kreisen der nicht unser Landsmann ist pas pays avec nous wie man früher in Frankreich sagte c’est un pays à moi für jemanden aus meinem Dorf meiner Gegend meiner Provinz meinem Nest

 

Reich im Übermaß für alles was nicht nah und eigen geeignet passend mitmenschlich ist kein Mitdasein

 

Denn wir nehmen an dass mit avec with stimmig gehaltvoll solide und solidarisch ist und dass das was without avecsans mitohne ist außermittig oder außermitmenschlich

 

Aber »mit« »selbig« »nah« verlangt das Abrücken das Außen

Book Launch, Screening, Talk: Tatsumi Hijikata’s Butoh and the Transmutation of 1960s Japan

06.07.2019, 20:00

ESPACE DIAPHANES
Dresdner Str. 118
10999 Berlin
Deutschland

 

Themen
  • minima oeconomica

    minima oeconomica

    Analysen und Kritik moderner Ökonomie, deren Wissenschaft und Legitmation im Zeitalter der Finanzialisierung

    • Diskursgeschichte
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  • Farbe und Bedeutung

    Farbe und Bedeutung

    Who is afraid of Red, Yellow, Blue…?

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Aktuelle Texte
Ist das Drama k.o.? Ist das Theater k.o.?

Alexander García Düttmann

Ist das Drama k.o.? Ist das Theater k.o.?

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Zur Kritik der Wirksamkeit in den Künsten
Zur Kritik der Wirksamkeit in den Künsten

Kathrin Busch (Hg.), Burkhard Meltzer (Hg.), ...

Ausstellen

Das Ausstellen als eine Kritik der Wirksamkeit aufzufassen, ist sicher kein ungewöhnlicher Gedanke. Man könnte die Geschichte des Ausstellens sogar in erster Linie als Widerstand gegen ein bestimmtes Verständnis von Wirksamkeit lesen. Als ästhetische Einklammerung soll die Ausstellung eine Kontinuität zur alltäglichen Handlung unterbrechen. Die Ästhetik der musealen Räume etabliert sich als Gegenbild zum zweckorientierten Umgang mit Dingen. Trotz vielfacher künstlerischer ­Initiativen, dieses Paradigma durch die Thematisierung insti­tutioneller Bedingungen oder durch die Herstellung von sozialen Interaktionen kritisch zu befragen, gehört...
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  • Akteur-Netzwerk-Theorie
  • Denkt Kunst
Aktuelle Texte

Oleksii Viedrov

Wer oder was wird warum gefördert?

Die Fertigkeiten, die man als »Begabung« beschreibt, sind zwar durchaus eine »Gabe«, aber nicht bzw. in einem sehr beschränktem Maße von Natur aus gegeben, sondern vielmehr abhängig von der sozialen Herkunft einer/eines Begabten. Dazu zählt die Familie und das soziale Umfeld, welches beeinflusst, wofür sich ein Kind interessiert, mit wem es sich unterhält, wie viele und welche Sprachen es zu sprechen lernt, wie andere es wahrnehmen usw. Es ist also sehr naheliegend, »Begabung« als vorhandene Bildung samt einem spezifischen, in den bildungsnahen Kreisen erwarteten Habitus umzuschreiben. Doch zwingt das meritokratische Konzept der Bildung dazu, Menschen mit »Potenzialen« zu finden, die »unsere« Gesellschaft jeweils braucht, die sich aber schnell in ein bloß individuelles Verdienst verkehren. In diesem Sinn ist »Begabung« an soziale Voraussetzungen gebunden und keineswegs unabhängig von diesen.

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Aktuelle Texte

Clemens Pornschlegel

Evaluation und elektronisches Halsband

Am schönsten ist es nämlich, wenn die Evaluierten immer auch das sublime Corporate-Identity-Gefühl entwickeln, Mit-Evaluierende zu sein, eben im Hinblick auf jene gemeinschaftlichen Zielvorgaben, die sozusagen nah und greifbar vor ihnen liegen. Durch die Magie des Konsenses, der »Betroffene« wie durch ein Wunder in »Beteiligte« verwandelt, leuchtet die Morgenröte der besseren Welt. Sie müssen nur noch ein bisschen schneller rudern … Encore un petit effort … Plansoll erfüllen … Helden der Wissenschaft … the winner takes it all …

Diesseits des Verwaltungs- und Propaganda-Schrifttums ist der unterstellte Konsens natürlich reine Fiktion, man könnte auch sagen: eine dreiste, interessierte Lüge. In den laufenden Bologna-Evaluationsprozessen hat es »gemeinsame Zielvereinbarungen« noch nie gegeben. An einen handfesten politischen Streit über die flinke Abschaffung des bisherigen deutschen Hochschulwesens, in dem Studenten, Professoren, Bildungspolitiker, engagierte Bürger um die Zukunft des Bildungssystems und dessen Zielsetzungen gerungen hätten, kann sich niemand erinnern. Stattdessen kam der Engel der Modernisierung vorbei und verkündete eiserne Botschaften: ↑ Exzellenz,...

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