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Antonio Damasio, Susanne Witzgall: »Gefühle sind immer übertragbar«
»Gefühle sind immer übertragbar«
(S. 29 – 37)

Antonio Damasio, Susanne Witzgall

»Gefühle sind immer übertragbar«
Antonio Damasio im Gespräch mit Susanne Witzgall

PDF, 9 Seiten

  • Performativität
  • Körper
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  • Social Media
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  • Affekte

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Antonio Damasio

ist David Dornsife Professor für Neurowissenschaften, Psychologie und Philosophie an der University of Southern California in Los Angeles und Direktor des dortigen Brain and Creativity Institute. Er hat wegweisende Beiträge zum Verständnis von Vorgängen im Gehirn und den ihnen zugrunde liegenden Emotionen, Gefühlen und Bewusstseinsprozessen geleistet. Seine Forschung zur Rolle von Affekt in der Entscheidungsfindung hat die Neurowissenschaft, die Psychologie und Philosophie maßgeblich beeinflusst. Er ist Autor von mehreren hunderten wissenschaftlichen Aufsätzen und ist einer der am häufigsten zitierten Wissenschaftler der Gegenwart. Damasios jüngste Arbeit adressiert die evolutionäre Entwicklung des Geistes und den Einfluss, den die Regulierung des Lebens auf das Entstehen von Kulturen hat. Diesem Thema hat er das Buch Im Anfang war das Gefühl: Der biologische Ursprung menschlicher Kultur (Siedler 2017) gewidmet. Sein neues Werk Feeling and Knowing wird 2021 erscheinen. Damasio ist Mitglied der National Academy of Medicine sowie Fellow der American Academy of Arts and Sciences. Für seine Arbeit wurde er mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter mit der International Freud Medal (2017), dem Grawemeyer Award (2014), dem Honda-Preis (2010) und dem Prinz-von-Asturien-Preis für Wissenschaft und Technik (2005). Damasio fürhrt Ehrendoktortitel von verschiedenen führenden Hochschulen, einige davon teilt er mit seiner Frau, der Neurologin und Neurowissenschaftlerin Hanna Damasio, u.a. 2011 von der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) und 2015 von der Sorbonne (Université Paris Descartes). Damasio ist Autor von Descartes' Irrtum (List, 2004), Ich fühle, also bin ich (List, 2000), Der Spinoza-Effekt (List, 2005) und Selbst ist der Mensch (Pantheon, 2011), die weltweit übersetzt und an Universitäten gelehrt werden.

Susanne Witzgall

ist seit 2011 wissenschaftliche Leiterin des vom BMBF geförderten cx centrum für interdisziplinäre studien an der Akademie der Bildenden Künste München. Sie studierte Kunstgeschichte, Theaterwissenschaften, Psychologie und Kunstpädagogik an der Ludwig- Maximilians-Universität München und der Universität Stuttgart, wo sie 2001 promovierte. Von 2003 bis 2011 lehrte sie am Lehrstuhl für Kunstgeschichte an der Akademie der Bildenden Künste München und im Sommersemester 2013 an der Newcastle University. Darüber hinaus war sie als freie Kuratorin und von 1995 bis 2002 als Kuratorin am Deutschen Museum Bonn und Deutschen Museum, München, tätig. Sie ist unter anderem Kuratorin bzw. Kokuratorin der Ausstellungen: Art & Brain II (1997/1998), Das zweite Gesicht (2002), Say it isn’t so (2007), (Re)designing nature (2010/2011) sowie Autorin und Herausgeberin zahlreicher Bücher und Aufsätze zur zeitgenössischen Kunst, zum Verhältnis von Kunst und Wissenschaft, dem Wissen der Kunst und zu Themen aktueller interdisziplinärer Diskurse. Hierzu zählen ihre Monographie Kunst nach der Wissenschaft (2003) sowie New Mobility Regimes in Art and Social Sciences (mit Gerlinde Vogl und Sven Kesselring, 2013). Seit Herbst 2018 ist sie Supervisor der Jungen Akademie der Technischen Universität München und seit 2019 Mitglied des International Advisory Board des Willem de Kooning Academy Research Center Rotterdam sowie Beiratsmitglied des Instituts für moderne Kunst Nürnberg.

Weitere Texte von Susanne Witzgall bei DIAPHANES
Marietta Kesting (Hg.), Susanne Witzgall (Hg.): Politik der Emotionen/Macht der Affekte

Im letzten Jahrzehnt rückte die Bedeutung von Emotionen und Affekten in gesellschaftlichen Dynamiken und Machtverhältnissen verstärkt in den Fokus des wissenschaftlichen und künstlerischen Interesses. Quer durch die Disziplinen wird die oppositionelle Trennung zwischen Vernunft und Gefühl torpediert und die zentrale Bedeutung von Emotionen und affektiven Atmosphären für die persönliche Urteils- und Entscheidungsfindung sowie den Bereich des Politischen hervorgehoben, in dem immer wieder die Konditionen des Zusammenlebens verhandelt werden. Die vorliegende Publikation versteht sich als vertiefender Beitrag zu diesen Diskursen und beleuchtet insbesondere künstlerische Position, die u.a. in Dialog mit philosophischen, gendertheoretischen oder neuro- und sozialwissenschaftlichen Ansätzen gebracht werden. Die ambivalenten politischen Dimensionen von Angst, Hoffnung und Mitgefühl sind dabei ebenso Thema wie die Beziehung von Affekt und Gewohnheit oder die Macht (medien)technischer Affizierungsprozesse.

 

Der Band ist Ergebnis des sechsten Jahresprogramms des cx centrum für interdisziplinäre studien an der Akademie der Bildenden Künste München.

 

Mit Beiträgen von Ben Anderson, Marie-Luise Angerer, Jace Clayton, Keren Cytter, Antonio Damasio, Cécile B. Evans, Karianne Fogelberg, Deborah Gould, Susanna Hertrich, Eva Illouz, Serhat Karakayali, Marietta Kesting, Carolyn Pedwell und Susanne Witzgall.

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