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Jacques Rancière: Thinking between the disciplines
Thinking between the disciplines
(S. 81 – 102)

An aesthetics of knowledge

Jacques Rancière

Thinking between the disciplines
An aesthetics of knowledge

What is to be understood by the call for an “aesthetics of knowledge”? The thesis I would like to present is simple and says: to speak of an aesthetic dimension of knowledge means to speak of a dimension of ignorance which dissects the idea itself and the practice of knowledge. Aesthetics is an historically fixed concept that designates a specific system of visibility and comprehensibility of art and which inscribes itself in a reconfiguration of categories of sensuous experience and its interpretation. Knowledge cannot be aesthetic. Aesthetics is indeed the division of knowledge, the disturbance of that order of sensuous experience which brings social positions into agreement with tastes and attitudes, with areas of knowledge and illusions. At that moment, however, when philosophy wants to ground its status as the discipline of disciplines, the following inversion occurs: the foundation of the foundation is a story. Philosophy says to knowledge, to the sciences which are sure of their methods: methods are stories that people tell. This is meant to say that they are weapons in a war; they are not tools which allow a domain to be exploited, but weapons which serve to demarcate its continually insecure border.

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Jacques Rancière

Jacques Rancière

ist einer der meistdiskutierten politischen Philosophen der Gegenwart. Er lehrte von 1969 bis 2000 an der Universität Paris VIII (Vincennes und Saint Denis) und war lange Herausgeber der Zeitschrift »Révoltes logiques«. In den letzten Jahren beschäftigt er sich vor allem mit Fragen der Ethik und Ästhetik sowie der politischen Philosophie.

Weitere Texte von Jacques Rancière bei DIAPHANES
INAESTHETIK – NR. 0

Inästhetik denkt die Kunst von der Philosophie und die Philosophie von der Kunst her, ohne dabei das eine zum Objekt des anderen zu machen, ohne eines ans andere zu binden oder dem anderen unterzuordnen in der Überzeugung, dass in der Philosophie wie in der Kunst das Unendliche nur jeweils unterschiedliche endliche Formgebungen erfährt. Inästhetik zeichnet »die aus der unabhängigen Existenz bestimmter Kunstwerke hervorgehenden intraphilosophischen Wirkungen« nach, wobei die Philosophie die Immanenzebene bereitstellt. Inästhetik bringt ein Denken in Anschlag, das Kunst und Philosophie gleichermaßen als Wahrheitsproduktion auffasst und, im Sinne Badious, die »Treue« zu diesen Wahrheiten aufrechterhält. Inästhetik versucht die Ebene einer allgemeinen Ontologie zu fixieren, auf der sich das Verhältnis von Philosophie und Kunst aufspannt. Inästhetik erscheint als Zeitschrift im Halbjahresrhythmus und stellt unter wechselnden Thementiteln internationale Positionen neben explizit jüngere Ansätze. Inästhetik will internationale zeitgenössische Konfigurationen sichtbar machen und operiert daher bewusst mehrsprachig.

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