Louis Calaferte

Requiem für die Schuldlosen

Aus dem Französischen von Dieter Hornig

192 Seiten, Gebunden

ISBN 978-3-03734-440-8

€ 18,95 / CHF 23,90

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ISBN 978-3-03734-548-1

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»Und ob ich mich erinnere: Ich vergesse nie etwas. Nie.«

In der »Zone« aufwachsen, heißt abgebrüht sein von Geburt an. Die Zone, das ist ein Armenghetto im Lyon der dreißiger und vierziger Jahre, in dem die Vogelfreien leben. Im Mittelpunkt dieses Schmelztiegels polnischer, rumänischer, deutscher, italienischer, arabischer, jüdischer Einwanderer stehen die beiden Kneipen (die eine von Feld, die andere von Feltin) und Ledernachts Lumpenladen, in dem sich die ganze Siedlung mit Kleidern voller Wanzen eindeckt. Raufereien sind der beliebteste Zeitvertreib, unter Erwachsenen wie Kindern herrscht fröhliche Promiskuität, Kleinkriminalität ist Ehrensache, Mord und Totschlag geschehen eben, und allenthalben lauert der Wahnsinn. Doch alle träumen auf ihre Weise vom Ausbruch…

In seinem ersten, inzwischen klassischen Roman hat Louis Calaferte seinen Freunden und Gefährten ein trotziges Denkmal gesetzt: ein bei aller Drastik der geschilderten Umstände wehmütiger, ja zarter Abgesang auf die eigene Kindheit. Ein notwendiges Buch, in dem man sich verlieren und an dem man Anstoß nehmen kann; große Literatur von eigenwilliger Schönheit, packend von der ersten bis zur letzten Seite, ein fiebriger Text auf Augenhöhe mit Célines »Reise ans Ende der Nacht« oder Pasolinis »Ragazzi di vita«.

Empfohlen von Georges-Arthur Goldschmidt für die Finnegan's List 2012.

Pressestimmen

»Calafertes merkwürdig federnde Prosa ist, dem Deutsch nach zu schließen, das der wunderbare Übersetzer Dieter Hornig schreibt, ein Ereignis … ein Buch, das man künftig in einem Atemzug mit Célines Tod auf Kredit oder Jean Genets Miracle de la Rose wird nennen müssen.« Ronald Pohl. Der Standard

»Eine Entdeckung.« Katharina Teutsch, FAZ

»Schonungslos erzählt Calaferte von sich, der Gewalt, der Kriminalität, der sexuell aufgeheizten Atmosphäre, die bestenfalls in einen gleichgültigen Akt mündet. Er findet dafür Worte düsterster Poesie; und die Klarsicht und Akzeptanz der menschlichen Schwächen bringt dazwischen kleine Blüten reinen Humors hervor.« Maria Leitner, Buchkultur

»Eigensinnige Typen, starrsinnige Schwächlinge, eitle Säufer, TBCler mit löchrigen Lungen, eine Gesellschaft, die nur die Macht der Muskeln duldet und alles sieht ... Kraftvoll und wütend wie Pasolini schildert hier ein Autor Armut und Elend aus der Innenperspektive.« Börsenblatt

»Ein erschütterndes autobiographisches Dokument aus einem Großstadtghetto.« Peter Meisenberg, WDR3

»In seinen besten Passagen gleicht [dieser Roman] einem blitzenden Messer, das tief ins Fleisch sticht.« Saarbrücker Zeitung

»Es begann am Arsch der Welt.«

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Louis Calaferte

geboren 1928 in Turin, wuchs in einem Elendsviertel in der Vorstadt von Lyon auf und arbeitete ab dem Alter von 13 Jahren in einer Fabrik. Als schriftstellerischer Workaholic hinterließ ein äußerst umfangreiches Werk aus Romanen, Aufzeichnungen, Theaterstücken, Gedichten und Essays, die in weiten Teilen autobiographisch geprägt sind: nach eigener Aussage war er für fiktionale Literatur »zu ungeduldig«. Er starb 1994 in Dijon. Sein Buch Septentrion (1963) gilt als der vielleicht eindrücklichste erotische Roman der französischen Nachkriegsliteratur, landete sofort auf dem Index und wurde erst zwanzig Jahre später wieder veröffentlicht. Requiem für die Schuldlosen ist die erste deutsche Übersetzung eines seiner Bücher.

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Literatur

Das literarische Programm von diaphanes, das im Herbst 2008 mit drei Übersetzungen aus dem Englischen und Französischen startete, soll nach und nach zu einer weiteren tragenden Säule des Verlages werden: eigenständig, eigensinnig, klar profiliert, aber nicht einsinnig einem Stil oder einer Ideologie verpflichtet. Die Auswahl ist entschieden subjektiv: Verlegt wird, was überzeugt und jenseits des Mainstream einen dauerhaften Platz in der Literatur beansprucht.

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