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Kunst

Fragility is the only thing I really know about me
Fragility is the only thing I really know about me

Claire Denis

“Fragility is the only thing I really know about me”

I am not a very balanced person. I am fragile and sad – almost as described in Triste Tropiques by Claude Lévi-Strauss. I feel both those adjectives, I grew up with them. I was aware of my fragility even when I was very young – a baby, learning to walk, living somewhere in Africa and already feeling that the number of white persons was very small compared to the number of black persons and also noticing that most of the... ABO
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Aktuelle Texte

Michel Mettler

Zooverhältnisse: Der Schriftsteller als Luxustier

Vermutlich, denkt der Schriftsteller, stimmt das alles gar nicht: Dein einstiges Leben in der freien Wildbahn war nicht leicht. Denn damals gab es eine große Zahl von anderen, die so wie du von ihrem freien Schriftstellertum zu leben versuchten. Es gab Konkurrenz. Heute nicht mehr. Heute klammern sich alle, die noch so leben wollen, aneinander, als trieben sie auf einem kleinen Floß. Sie sind alle verschwägert und unterstützen einander, wo es geht – wie Mitglieder einer Selbsthilfegruppe oder Sekte. Sie sind in ein kumpelhaftes Floß-Du verfallen, und an Konkurrenz ist auf diesen brüchigen ­Planken gar nicht zu denken. Die letzten Konflikte, die sie noch austragen, sind solche um die staatliche Futterzuteilung. Es sind Käfigzwiste, Rivalitäten, wie sie nur zwischen Wesen entstehen können, die nicht jagen und nicht säen, sondern gefüttert werden, weil niemand ihnen beim Aussterben zusehen will.


Stolz auf die rare Rigorosität seines Urteils, notiert der Schriftsteller in sein stets aufgeschla­genes...

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Aktuelle Texte

Thomas Hirschhorn

»Ich will arbeiten, handeln«

Anlässlich meiner Ausstellung »Très grand Buffet« in Fribourg hat jemand bemerkt, dass die Arbeiten der Serien »Virus«, »Merci, Danke, Thank You« und »Die Tränen« mit Kugelschreiber gemacht sind. Diese Person wollte wissen, ob ich sie mit Kugelschreibern der Marke »Bic« machte, und wies mich darauf hin, dass die Fima »Bic« finanziell von Le Pen unterstützt wird. Eine Information im offiziellen Magazin zur Finanzierung der politischen Parteien hat diese Tatsache publik gemacht. Es ist scheiße, Le Pen zu unterstützen. Aber es ist auch scheiße, sich mit solchen Fragen beschäftigen zu müssen.

  • Polemik

 

Überwachen und Straffen
Überwachen und Straffen

Swantje Karich

Ich auch. Eine multiple Oberfläche

Der Grundwiderspruch der visuellen Gesichterwirklichkeit der Gegenwart ist die extrem breit aufgefächerte, extrem diversifizierte Uniformität. Kommen nicht immer ähnliche Mienen und Gesten heraus, wenn wir mit unseren Smartphones die erwähnten Anwendungen erproben, die uns erlauben, uns mit uns selbst zu beschäftigen, uns zu verjüngen oder mit 3D-Malerei zu verschönern?
 Vor ein paar Tagen schaute ich morgens in Frankfurt das Gleis an meiner U-Bahnhaltestelle hinunter und mir fiel auf, dass alle Menschen an diesem Morgen schwarz gekleidet waren. Nur ganz hinten bahnte... ABO
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Aktuelle Texte

Stefan Zweifel

Macht und Ohnmacht der Literaturkritik

Der Autor kuschelt sich wie der Neurotiker auf der Couch und kuscht […]. Husch, husch ins Körbchen, sagt der Analytiker zu den Neurosen und der Neurotiker nickt und nickt. Husch, husch ins Wörtchen, sagt der Kritiker, und der Autor kuscht. 


Und das Publikum? Es klatscht. Der Dressurakt ist gelungen. Der Autor liefert dem Leser, was ihm der Kritiker vorschreibt, und der Leser liest das, was ihm der Kritiker verschreibt. Das Lesen als ­Strafkolonie.


Dabei aber, und das ist die alte Falle der Dialektik, kuscht der Kritiker selbst. Er kuscht vor sich selbst, vor jenem Selbst, dessen Rolle er brav ausführt, und vergisst, dass das Lesen letztlich eine Suche nach einem anderen Ich wäre. Nach einem Ich, das sich allen Zuschreibungen entzieht. 


Das Ich wird zum Anderen so, wie in den Übersetzungen die eigene Sprache sich ins Fremdartige weitet. Es ist genauso wenig die Aufgabe des Kritikers wie des Übersetzers, den fremden...

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Aktuelle Texte

Diedrich Diederichsen

“is x-ism a y-ism”

The title of this text poses what at first appears to be an irritating, if not completely insane question, that I myself couldn’t have imagined posing a year ago. For one thing, it’s because one of the important terms in this question was totally unknown to me, and for another, I probably would have affirmed it outright had I known what this word meant.

The question is: Is Marxism a correlationism? The rhetoric of this formulation – “is x-ism a y-ism” – borrows from the title of a famous essay by Jean-Paul Sartre, Existentialism is a Humanism (1946). In those days it was also a matter of setting a new philosophical fashion in relation to a major cornerstone of orientation – to humanism. Today the question appears to be reversed: Is Marxism – which is now the cornerstone, the old orientation – a correlationism? The correlationism isn’t the new fashion, but...

  • Materialästhetik
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