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Literatur

Of what can I be truly certain?
Of what can I be truly certain?

Jean Paul Mongin, François Schwoebel

Mister Descartes and his Evil Genius

Can one trust his senses when perceiving the outside world? When my sensations are the basis of my perception of my own existence, what if these sensations are to be doubted – what can the proof of my own existence be? These questions, both simple and profoundly undermining, stand at the beginning of Modernity: the philosophy of René Descartes. This book drags its readers – and musketeer-like Mister Descartes himself – into the adventure of thinking. It gives a lively...
  • Descartes
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Maria Zinfert
“With a woman like that you can even live in ­Berlin”

“With a woman like that you can even live in ­Berlin”

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Tom McCarthy

I’m not really sure what is and what isn’t theory.

Elisabeth Bronfen

Tom, our idea here was that you would give us a little insight into how you find your themes, how you use theory for your texts.

 

T.MC.

I’m not really sure what is and what isn’t theory. I don’t really know where theory stops and fiction begins. If you take someone like, for example, Derrida: half of The Post Card is basically an epistolary novel; it’s fiction, there are characters, there is a character speaking to another character—even while he’s conducting a “theoretical” analysis of Heidegger. I think it’s very hard to pin down that border-line between it being theory/fiction or not theory/fiction. So theory wouldn’t just be a reflection on something else which is somehow more integral; it’s more fluid than that.

A figure like Lévi-Strauss is just wonderful in this respect: Tristes Tropiques is one of the most brilliant books and it’s much better as literature than almost all of...

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Neuerscheinungen
Simon Critchley: Gedächtnistheater
Georges Perec: Die dunkle Kammer
Frédéric Morlot, Anne-Margot Ramstein: Albert Einstein's Bright Ideas
Jochen Beyse: Fremd wie das Licht in den Träumen der Menschen
Yan Marchand, Vincent Sorel: Diogenes the Dog-Man
J.G. Ballard: Betoninsel

 

Themen
Tilmann Buddensieg

Zu Nietzsches zwei Venedig-Gedichten

Mein venezianischer Freund Vitale Zanchettin hat auf meine Bitte hin nachgefragt und im stattlichen Haus zwischen dem Fondaco dei Tedeschi und der Rialto-Brücke einen Restaurantbesitzer angesprochen. Er hat spontan von Familienerinnerungen an Nietzsche berichtet. Die Trattoria ist seit Generationen in Familienbesitz. Die Großmutter des heutigen Eigentümers konnte sofort das Zimmer zum Canal Grande und das Fenster zum Ponte Rialto aus Erzählungen der Eltern identifizieren. Das Zimmer Nietzsches im Mezzanin, zweites Fenster von links, ist heute die Küche der Trattoria mit dem Namen „Dal Buso“. Das ist ein obszönes venezianisches Dialekt-Wort für Loch und erinnert drastisch an das Kurtisanen-Viertel, in dem Nietzsche dieses Gedicht schuf.

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  • Venedig

 

Preisgekröntes Debüt: »Ein literarischer Coup.«
Preisgekröntes Debüt: »Ein literarischer Coup.«

Julien Maret

Tirade

Jemand fällt und spricht zugleich, redet, singt, schwadroniert. Seine Lage ist riskant: Es ist ein Ich ohne Geschichte, ohne Zivilstand, das dennoch versucht, mit äußerster Genauigkeit und Intensität dem gerecht zu werden, was ihm zustößt und zugestoßen ist: im Fallen reihen sich rasende Bilderfluchten eines Lebens aneinander, die in Echtzeit vor unseren Augen vorüberziehen. Und so entsteht die poetische Aneignung eines Lebens, ein parodierter Gesang. In Julien Marets kühnem literarischen Experiment grüßen von ferne Lewis Carrolls Alice und Becketts Namenloser,...
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  • Experiment
  • Existenzialität
  • Fallen
  • Gegenwartsliteratur
Sergej Eisenstein

»Was sich bewegt, ist also beseelt…«

Genau dieser Prozess ist es, den Disney in seinen Zeichnungen spürbar und gegenständlich darstellt.

Das sind nicht nur Wellen, die auf die Bordflanken eines Dampfers faktisch »einboxen« (und der bekannten Formel des Komischen folgend, in ihren Umrissen zu Boxhandschuhen werden!).

Es ist auch das erstaunliche, plastische Spiel der Konturen von Disneys Zeichnungen.

Bei Verwunderung dehnen sich die Hälse.

Bei panischer Flucht strecken sich die Beine.

Bei Angst zittert nicht nur der Held, sein Umriss ist gewellt.

Hier, in diesem Element der Zeichnung, wird das wirksam, was ich mit so vielen zitierten Beispielen belegen wollte.

Das ist eine hochinteressante Erscheinung.

Wenn sich der Hals eines Pferdes oder einer Kuh vor Schreck dehnt, dann dehnt sich die Darstellung der Körperfläche und nicht der Umriss als selbständiges Element!

In einer solchen Halsdehnung fehlt noch das, was über das »schleichende« Gebirge und den »schwellenden« Umriss des Hügels angemerkt wurde.

Erst wenn der Umriss des Halses über die möglichen Grenzen einer Halsdehnung hinauswächst, verkörpert er...

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Stefan Zweifel

Macht und Ohnmacht der Literaturkritik

Der Autor kuschelt sich wie der Neurotiker auf der Couch und kuscht […]. Husch, husch ins Körbchen, sagt der Analytiker zu den Neurosen und der Neurotiker nickt und nickt. Husch, husch ins Wörtchen, sagt der Kritiker, und der Autor kuscht. 


Und das Publikum? Es klatscht. Der Dressurakt ist gelungen. Der Autor liefert dem Leser, was ihm der Kritiker vorschreibt, und der Leser liest das, was ihm der Kritiker verschreibt. Das Lesen als ­Strafkolonie.


Dabei aber, und das ist die alte Falle der Dialektik, kuscht der Kritiker selbst. Er kuscht vor sich selbst, vor jenem Selbst, dessen Rolle er brav ausführt, und vergisst, dass das Lesen letztlich eine Suche nach einem anderen Ich wäre. Nach einem Ich, das sich allen Zuschreibungen entzieht. 


Das Ich wird zum Anderen so, wie in den Übersetzungen die eigene Sprache sich ins Fremdartige weitet. Es ist genauso wenig die Aufgabe des Kritikers wie des Übersetzers, den fremden...

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