Geschichtliche Konstellationen und Narrative, historische Objekte, Dokumente und Sammlungen unterschiedlichster Herkunft haben in gegenwärtigen künstlerischen Praktiken einen hohen Stellenwert. Im Fokus eines künstlerischen Historisierens von (kolonialer) Moderne steht mit dem Erzählen gewaltsamer und unterdrückter Geschichte die Frage der Bedeutung des Vergangenen für die Gegenwart. Der Band geht den Fragestellungen und Herausforderungen eines künstlerischen Historisierens einer (kolonialen) Moderne nach und fragt nach dem kritischen Potential und der Produktivität künstlerischer Re/Konstruktionen von Geschichte: Wie greifen Künstler:innen in tradierte Erzählungen und dominante Repräsentationssysteme ein und bringen Verdrängtes, Vergessenes oder Unerzähltes ans Licht? Welche widerständigen Strategien entwickeln sie gegenüber hegemonialen, eurozentrischen Geschichtsdarstellungen, westlichen Epistemologien und historiografischen Konventionen? Welche Bedeutung haben künstlerische Gegenerzählungen für gesellschaftliche Prozesse der Gegenwart? Lässt sich Geschichte reparieren?