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Diskurs

Berichte aus der Fiktion
Berichte aus der Fiktion

Peter Ott

Die monotheistische Zelle oder Berichte aus der Fiktion

Ungefähr 2007 hatte ich die Idee, einen Spielfilm über eine deutsche Frau zu machen, die im Irak entführt wird. Es sollte eigentlich ein reines Kammerspiel werden, das mit zwei intradiegetischen Kameras arbeitet: einer Videokamera der Entführer, mit der sie abwechselnd ihre Geisel überwachen und Propagandavideos drehen, und der Videokamera, mit der nach ihrer Befreiung der BND-Mitarbeiter seine Befragung der Entführten dokumentiert. Der Titel sollte „Die monotheistische Zelle“ lauten und einen theologischen mit einem geheimdienstlichen Raum in Deckung bringen. Ungefähr zur selben...
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Aktuelle Texte

Dieter Mersch

Digital Disrupture

Theorien des Digitalen beziehen ihre Konjunktur aus einer zweideutigen Lage. Zum einen besitzen sie ihre Herkunft in den Visionen und Utopien der gegenkulturellen Aufklärung der 1970er Jahre, aus denen nicht nur der Personal-Computer, sondern auch die Medienwissenschaften und Medientheorien hervorgegangen sind, die den digital disrupture theoretisiert und unter Reflexion gestellt haben und nach deren Diagnose wir vor einer ebenso nachhaltigen Zäsur stehen wie die frühe Neuzeit mit der Erfindung des Buchdrucks. Alle Zeichen und Inhalte bisheriger Kulturen stehen damit auf dem Prüfstand, werden transformiert und von einer Entwicklung überholt, deren weitere Dynamik kaum absehbar ist. Die mit der Digitalisierung verbundene technologische Wende, so die allgemeine Analyse, werde alle Lebensverhältnisse dermaßen verändern und von Grund auf durchschütteln, dass mit Marshall McLuhan und dessen zusammen mit Quentin Fiore verfassten Buch, dessen Titel ironischerweise nicht lautet: The Medium is the Message, sondern The Medium is the Massage, von einer gründlichen ›Massage‹ des gegenwärtigen...

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Aktuelle Texte
60 Billiarden Moleküle

Thomas Huber

60 Billiarden Moleküle

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Dauerausstellung »Gesichtsüberwachungsschnecken« von Yves Netzhammer

05.09.2017 – 05.09.2018

U-Bahn-Station Altes Landgut (U1)
1100 Wien
Österreich

 

Aktuelle Texte

Helmut J. Schneider

Eine Phänomenologie des Mitleids

Vom Gefühl und besonders vom Leiden aus ergibt sich kein Weg zur Ethik mitmenschlichen Verhaltens. Die dominierende Gefühlsbetonung im Mitleid verwischt nach Hamburger die Tatsache, dass wir das Leiden des Anderen immer nur im Modus der distanzierten und vermittelten Vorstellung eines Als-Ob erfahren können. Mitleidend leiden wir ohne zu leiden, im Bezug auf das Leiden des Anderen ist nur Teilnahme, nicht aber identifizierende Teilhabe möglich, wie sehr Letzteres auch immer wieder suggeriert werden mag. Hamburger zitiert den Egoismus-Apologeten Max Stirner, man könne zwar nicht die Zahnschmerzen seines Mitmenschen haben, jedoch: »Ihn schmerzt sein Zahn, mich aber schmerzt sein Schmerz.« Man ist versucht, hier an Bill Clintons berühmt-berüchtigtes Bekenntnis zu erinnern, »I feel your pain« (oder Angela Merkels angesichts der leidenden griechischen Bevölkerung »blutendes Herz«). Solche emotionalen Bekundungen können selten ein »Moment des Selbstbezugs«, zugespitzt des narzisstischen Selbstgenusses oder auch Selbstmitleids, verleugnen. Dagegen wird in dem rational verstehenden Bezug der Andere...

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Mama Say Make I Dey Go, She Dey My Back

Jelili Atiku, Damian Christinger

Mama Say Make I Dey Go, She Dey My Back

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  • Kolonialismus
  • Zeremonie
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  • Feminismus
  • Spiritismus

 

»What you call ›love‹ was invented by guys like me. To sell Nylons.« (Don Draper)
»What you call ›love‹ was invented by guys like me. To sell Nylons.« (Don Draper)

Elisabeth Bronfen

Mad Men

Im Vorspann jeder Episode der Serie Mad Men verliert der als Silhouette gezeichnete Don Draper (Jon Hamm) wörtlich den Boden unter den Füßen. Gerade hat er sein Büro betreten und den Aktenkoffer auf den Boden gestellt, da fallen die Zeichnungen von der Wand und die Möbel sinken in sich zusammen. Ganz plötzlich also befindet er sich im freien Fall und schwebt inmitten der Wolkenkratzer von New York Citys Midtown viele Stockwerke nach unten. Zuerst spiegelt er sich noch in den...
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  • 1960er Jahre
Aktuelle Texte
Die Kamera in ‚Glimpse‘ ist ein Richter

Artur Żmijewski

Die Kamera in ‚Glimpse‘ ist ein Richter

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