Nach Feierabend 2006 Die Suche nach der eigenen Stimme.............................................................................................................................................................................................................................
Im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts wurde aus Geist in vielen Disziplinen Kultur. Das Leiden an der ewigen Wiederkehr des Gleichen fand ein unglückliches Ende, als der Kanon vieler geisteswissenschaftlicher Fächer im Zuge dieser Entwicklung in die Luft gejagt wurde. Dennoch hält die Philosophie – neben der Theologie – bis heute und fast überall an einem »heiligen« Kanon von Quellen fest. Sie ist darüber aber auch nicht froh geworden.
Der amerikanische Philosoph Stanley Cavell verschließt sich kanonischen Autoren wie Aristoteles, Locke, Kant oder Nietzsche nicht, doch beschäftigt er sich auf eine für die Philosophie ungewöhnliche Weise auch mit dem Hollywood-Film, mit moderner Literatur und mit der Oper. Damit geht Cavells Forderung einher, auf die Umgangssprache zu achten, um jene terminologische Verschattung der Philosophie zu verhindern, die sie zu einer Pseudowissenschaft macht und ihr den Sinn für das Alltägliche raubt. Sein Anliegen verbindet Cavell mit der antiken Vorstellung, Philosophie habe Selbsterkenntnis zu sein. Das Streben nach Selbsterkenntnis bedeutet für ihn die Suche nach und im Idealfall das Auffinden einer eigenen Stimme. Diese Suche findet überall statt: auf der Opernbühne, bei dem im Hollywoodfilm streitenden und sich wiederverheiratenden Ehepaar – oder eben im philosophischen Text.
Inhalt 2006 Editorial: Stanley Cavell und die Geschichte des moralischen Wissens
Die Suche nach der eigenen Stimme
Wolfram Eilenberger: Die Befreiung des Alltäglichen. Gemeinsame Motive in den Sprachphilosophien von Stanley Cavell und Michail Bachtin • Maria-Sibylla Lotter: Nietzsche in Amerika. Über menschlichen und unmenschlichen Perfektionismus nach Stanley Cavell • Stanley Cavell: Nietzsche • Elisabeth Bronfen: Stanley Cavells »cultural conversations«: Ein Denken zwischen Philosophie, Film und Literatur • Michael Hampe: Psychoanalyse als antike Philosophie: Stanley Cavells Freud
Essays
Katia Saporiti: Geschichte der Philosophie und analytische Philosophie • Jakob Tanner: Das Rauschen der Gefühle • Sander L. Gilman: »Infectobesity«: Die Konstruktion von Infektionskrankheiten von der Vogelgrippe bis zur Fettsucht
Lektüren
Marcel Weber: Die Geschichte wissenschaflicher Dinge als Epistemologie • Valentin Groebner: Dr. phil. Charisma. William Clark erforscht akademische Halbwertszeiten
Dialog
»This is not America«. Stanley Cavell im Gespräch mit Wolfram Eilenberger
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Schlagwörter zu diesem Titel.............................................................................................................................................................................................................................Film, Philosophie, Wissensgeschichte
Verwandte Titel.............................................................................................................................................................................................................................
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David Gugerli (Hg.), Michael Hagner (Hg.), Michael Hampe (Hg.), Barbara Orland (Hg.), Philipp Sarasin (Hg.), Jakob Tanner (Hg.)
Nach Feierabend 2006 Die Suche nach der eigenen Stimme
Reihe: Nach Feierabend
224 Seiten, Brochur, Fadenheftung
12 Abbildungen
ISBN 978-3-935300-87-2
€ 25,00 / CHF 39,00
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