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Georges Canguilhem: Schriften zur Medizin

Georges Canguilhem

Schriften zur Medizin

Übersetzt von Thomas Laugstien

Mit einem Nachwort von Michael Hagner

Broschur, 144 Seiten

In den hier versammelten Essays entwickelt Georges Canguilhem eine Kritik der medizinischen Vernunft, die an Nüchternheit und Klarheit ihresgleichen sucht. Der Wissenschaftshistoriker, Mediziner und Philosoph steckt die Meilensteine des medizinischen Denkens von Hippokrates bis heute ab und stellt Betrachtungen darüber an, welche Auswirkungen die Konzeption der Medizin als Wissenschaft im Verhältnis zur Medizin als Heilkunst bzw. Pädagogik des Heilens hatte und welche Verfahren damit jeweils zusammenhängen. Darüber hinaus beleuchtet er das Verhältnis des Arztes zum Kranken, die Beziehung des Kranken zur Krankheit und deren jeweiliges Verhältnis zur Natur. Schließlich spekuliert über den Begriff der Gesundheit als das angebliche »Schweigen der Organe« sowie über die Fallstricke der Metaphern des Körpers. Die scheinbar banale Polarität von Krankheit und Gesundheit ruft philosophische Konzepte auf den Plan und erfordert nicht zuletzt ethische Überlegungen.

Inhalt
  • 13–28

    Der Naturbegriff in der medizinischen Theorie und Praxis

  • 29–42

    Krankheiten

  • 43–62

    Gesundheit: Alltagsbegriff und philosophische Frage

  • 63–90

    Gibt es eine Pädagogik der Heilung?

  • 91–114

    Das Problem der Regulation im Organismus und in der Gesellschaft

  • 115–143

    Georges Canguilhem und das Problem der Medizin

  • Epistemologie
  • Gesundheit
  • Medizingeschichte
  • Wissensgeschichte
  • Life Sciences
  • Krankheit
  • Medizin

»Ein unbequemer Querdenker, der die Medizintechnologie und den sich rasch steigernden Größenwahn von technikverliebten Medizinern durch philosophische Fragestellungen problematisierte, indem er in seiner lebendigen Philosophie mit einer ›konstitutiven Naivität‹ bohrende Fragen stellte.« Deutschlandradio Kultur

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Georges Canguilhem

Georges Canguilhem

war Philosoph und Mediziner und einer der bedeutendsten Wissenschaftshistoriker Frankreichs. Mit seinem Denken beeinflusste er unter anderem Michel Foucault und Gilbert Simondon. Nach seinem Abschluss in Philosophie 1927 unterrichtete er zunächst an Gymnasien. Ein darauf folgendes Medizinstudium schloss er 1943 in Straßburg ab. Er nahm aktiv an der Résistance teil und richtete 1944 im Süden Frankreichs ein Lazarett ein, dessen Evakuierung er während eines Angriffes leitete. 1955 habilitierte er sich an der Sorbonne und folgte Gaston Bachelard als Leiter des Instituts für Wissenschaftsgeschichte nach.

Weitere Texte von Georges Canguilhem bei DIAPHANES
  • Maschine und Organismus

    In: David Gugerli (Hg.), Michael Hagner (Hg.), Michael Hampe (Hg.), Barbara Orland (Hg.), Philipp Sarasin (Hg.), Jakob Tanner (Hg.), Nach Feierabend 2007

»Die Gesundheit als Wahrheit des Körper im ontologischen Sinn zu erkennen, kann nicht nur, sondern muss auch bedeuten, das Dasein der Wahrheit im logischen Sinn anzuerkennen, der Wissenschaft, sozusagen als Grenze und Halt.«

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