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Nikolaj Evreinov, Sylvia Sasse (Hg.): Theater für sich

Nikolaj Evreinov, Sylvia Sasse (Hg.)

Theater für sich

Übersetzt von Regine Kühn

Broschur, 504 Seiten

Jeder Mensch ist ein Theatertier – so ließe sich Nikolaj Evreinovs dreibändiges, zwischen 1914 und 1917 verfasstes Werk zusammenfassen. Evreinov plädiert für mehr Theatralität (teatral’nost’) im Theater und im Leben, wobei er Theatralität nicht für etwas Künstliches hält, sondern für die natürlichste Sache der Welt: für einen menschlichen Instinkt. Die hier vorliegende deutsche Erstübersetzung soll nicht nur den in Vergessenheit geratenen Regisseur, Dramatiker und Theoretiker, der zu den wichtigsten Inno­vatoren der russischen Theateravantgarde zählte, wieder in Erinnerung bringen, sondern auch seine Überlegungen zur Theatralität für die ­heutige Diskussion erschließen.

Inhalt
  • 9–10

    Erster (theoretischer) Teil

  • 11–12

    Vorhang auf

  • 13–32

    Theatrokratie. Ein paar wohl abgewogene Worte

  • 33–197

    Zur Philosophie des Theaters

  • 199–200

    Zweiter (pragmatischer) Teil

  • 237–248

    Lektion für Professionelle

  • 249–264

    Über die Negation des Theaters (Polemik des Herzens)

  • 265–268

    Theater der fünf Fingerchen

  • 269–276

    Theater in der Zukunft (Nicht phantastische Phantasie)

  • 277–298

    Mein Lieblingstheater

  • 299–300

    Dritter (praktischer) Teil

  • 303–370

    »Theater für sich« als Kunst

  • 371–446

    Stücke aus dem Repertoire des »Theaters für sich«

  • 447–466

    Der Vorhang fällt

  • 467–492

    Appetit auf Theater

  • Theater
  • Reenactment
  • Theaterwissenschaft
  • Performance

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Deutsch

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Nikolaj Evreinov

Nikolaj Evreinov

(1879–1953), Theatertheoretiker, Regisseur und Dramatiker, der mit seinen Theorien zur »natürlichen« Theatralität des Menschen, zum »Theater als solchen« und zum »Theater für sich« bekannt wurde. Seine Theaterstücke, u.a. Monodramen und Stücke, die seine Idee der Theatertherapie aufführten, waren ästhetisch eher konventionell. Mit Wiederholung bzw. Reenactment beschäftigte sich Evreinov bereits in dem von ihm mitbegründeten Starinnyj Theater (Altertümliches Theater), wo er historische Aufführungen rekonstruierte und reinszenierte. Auch nach seiner Emigration nach Paris (1924) verfolgte er die Theatralisierung der Sowjetunion und schrieb u.a. ein Stück über die Schauprozesse, Die Schritte der Nemesis (Šagi nemezidy), das diese als Theater reinszeniert. Beim Sturm auf den Winterpalast war Evreinov Chefregisseur und wurde dafür von der Militärverwaltung »abkommandiert«.

Sylvia Sasse

studierte Slawistik und Germanistik in Konstanz und St. Petersburg (1990–1996). 1999 wurde sie an der Universität Konstanz promoviert. Im Anschluss an ihre Lehr- und Forschungstätigkeit an der Freien Universität Berlin (1999–2001), dem Zentrum für Literatur- und Kulturforschung (Berlin) und der UC Berkeley, habilitierte sie am Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften der FU Berlin. Darauf folgte eine Gastprofessur am Institut für Slawistik der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 2009 ist sie Professorin für Slawistische Literaturwissenschaft an der Universität Zürich. Zudem ist sie Mitbegründerin des ZKK (Zentrum für Künste und Kulturtheorie), Mitglied des ZGW (Zentrum Geschichte des Wissens) und Mitherausgeberin von »Geschichte der Gegenwart« (www.geschichtedergegenwart.ch).

Weitere Texte von Sylvia Sasse bei DIAPHANES
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