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Andreas Gelhard: Zwischen Skeptizismus und Kynismus
Zwischen Skeptizismus und Kynismus
(S. 161 – 185)

Prüfung und Bewährung bei Hegel und Foucault

Andreas Gelhard

Zwischen Skeptizismus und Kynismus
Prüfung und Bewährung bei Hegel und Foucault

PDF, 25 Seiten

Foucaults Auseinandersetzung mit Techniken der Prüfung und Selbstprüfung beginnt spätestens mit seinen Studien zur Disziplinarmacht. Im Laufe der 1980er Jahre erweitert sich das Untersuchungsfeld dann auf solche Prüfungspraktiken, die seit der Antike als Bedingung freier Selbstverhältnisse thematisiert werden. Paradigmatische Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang dem Programm einer »Prüfung seiner selbst und der anderen« zu, wie es der platonische Sokrates formuliert. Foucault hat die Konsequenzen dieses Programms vor allem mit Blick auf die Stoiker und Kyniker verfolgt, aber auch seine Beziehungen zu späteren philosophischen Entwürfen angedeutet, die als Selbstprüfung des Bewusstseins angelegt sind. Insbesondere die Bedeutung von Hegels Phänomenologie des Geistes hebt er wiederholt hervor. Nimmt man diese Hinweise ernst, so rückt aber gerade diejenige hellenistische Schule in den Vordergrund, die Foucault in all seinen Auseinandersetzungen mit der Antike umgeht: der Skeptizismus.

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Andreas Gelhard

Andreas Gelhard

war von 2001 bis 2006 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, 2007–2009 Wissenschaftslektor im Suhrkamp Verlag und ist seit 2009 wissenschaftlicher Leiter des Forums interdisziplinäre Forschung und wissenschaftlicher Mitarbeiter am philosophischen Institut der TU Darmstadt. 2010 wurde ihm der Karl Jaspers-Förderpreis der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg verliehen.

Weitere Texte von Andreas Gelhard bei DIAPHANES
Petra Gehring (Hg.), Andreas Gelhard (Hg.): Parrhesia

In seinen letzten Vorlesungen am Collège de France entwickelt Foucault ein Verständnis der parrhesia als Tugend im etymologischen Wortsinn: als Akt der freimütigen Rede, der Mut erfordert, weil er durch seine rückhaltlose Offenheit riskiert, die Zuneigung des Freundes zu verspielen oder den Zorn des Tyrannen auf sich zu ziehen. Was mit Der Wille zum Wissen als Geschichte der Sexualität begann, erweitert sich in den letzten Vorlesungen zu einer weit ausgreifenden Geschichte der Subjektivierungspraktiken, die Akte des Wahrsprechens nicht mehr vorwiegend als Produkte kirchlicher, gerichtlicher oder psychologischer Geständnispraktiken begreift, sondern sie als genuine Manifestationen von Freiheit sichtbar macht.


Der Band bietet eine kritische Auseinandersetzung mit dem von Foucault eröffneten Untersuchungsfeld, das die Frage der parrhesia in ihren philosophischen, philologischen und politischen Dimensionen erschließt. Dabei wird die Frage nach Foucaults spezifischem Verständnis von Subjektivität und Freiheit ebenso behandelt wie seine Verhältnisbestimmung zwischen parrhesia und Rhetorik und seine Ethik der ungeschützten Rede.

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