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Barbara Wittmann: Anti-Pygmalion
Anti-Pygmalion
(S. 177 – 191)

Zur Krise der Lebendigkeit in der realistischen Malerei, 1860–1880

Barbara Wittmann

Anti-Pygmalion
Zur Krise der Lebendigkeit in der realistischen Malerei, 1860–1880

PDF, 15 Seiten

  • Kunstgeschichte
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Barbara Wittmann

Barbara Wittmann

Barbara Wittmann studierte Kunstgeschichte in Wien und Berlin. Sie habilitierte im Februar 2014 an der Bauhaus-Universität Weimar und war von Dezember 2013 bis September 2016 Professorin für Kunst- und Bildgeschichte der Moderne und Gegenwart an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit Oktober 2016 ist sie Professorin für Kunstgeschichte an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Ihre Forschungsschwerpunkte sind u.a. Bildkünste des 18. und 19. Jahrhunderts, Zeichnungs- und Entwurfsforschung sowie Wissens- und Kulturgeschichte der Kinderzeichnung.

Weitere Texte von Barbara Wittmann bei DIAPHANES
Armen Avanessian (Hg.), Winfried Menninghaus (Hg.), ...: Vita aesthetica

Gegenstand des Bandes ist die grundlegende Transformation des Denkens ästhetischer »Lebendigkeit« in der Epoche der philosophischen Ästhetik. Entscheidend für die Neubestimmung des klassisch-rhetorischen Topos und die Inauguration eines neu verstandenen ästhetischen Lebensbegriffes ist zunächst die parallele, vielfach verschränkte Entwicklung der Disziplinen Biologie und Ästhetik im Zeitraum von 1750 bis 1800. So vollzieht sich mit der Entwicklung der Naturgeschichte zu einer Wissenschaft des Lebens – der Biologie – ein Umbruch im klassischen Denken der Natur. In der Ästhetik wiederum rückt zeitgleich mit dem Konzept eines ästhetischen »Belebens« bzw. »Lebens des Subjekts« (Kant) die Eigenständigkeit eines sich selbst erhaltenden Modus von Wahrnehmung, Urteil und »Lust« in den Vordergrund.

Im 19. Jahrhundert zeigen sich die Spannungen, die den ästhetischen Lebensbegriff auszeichnen, dann konkreter ausgestaltet. Hier wird die Kehrseite emphatisch begriffener Lebenskonzepte etwa an untoten Vampiren und übermenschlichen Monstern anschaulich. Die in den Lebensbegriff eingetragenen Ambivalenzen zeigen sich ebenfalls in der mit der Ästhetik verknüpften generellen Frage des Wissens vom Leben.

Entlang einer Vielzahl unterschiedlicher Szenarien entfalten Literaturwissenschaftler, Kunsthistoriker, Wissenshistoriker und Philosophen die vita aesthetica kunstvoller Zeichenpraktiken im 18. und 19. Jahrhundert und untersuchen das Nachleben des älteren Topos der Lebhaftigkeit/Lebendigkeit in seinen epistemologischen und ästhetischen Dimensionen.

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