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Ethel Matala de Mazza: Angestelltenverhältnisse
Angestelltenverhältnisse
(S. 127 – 146)

Sekretäre und ihre Literatur

Ethel Matala de Mazza

Angestelltenverhältnisse
Sekretäre und ihre Literatur

PDF, 20 Seiten

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Ethel Matala de Mazza

ist eine deutsche Germanistik. Sie lehrt Neuere deutsche literatur an der Humboldt Universität zu Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Kulturtheorie und Kulturanthropologie sowie in der Literaturgeschichte des 17. bis 20. Jahrhunderts.

Weitere Texte von Ethel Matala de Mazza bei DIAPHANES
Bernhard Siegert (Hg.), Joseph Vogl (Hg.): Europa: Kultur der Sekretäre

Eine Grundregel unserer Schriftkultur besagt seit dem Ende des 18. Jahrhunderts, dass ein Autor immer etwas anderes und immer mehr sei als ein bloßer Schreiber. Diese Regel hat Werke und Schulen, Texte und Kommentare hervorgebracht und dabei vergessen gemacht, was stets den Boden dieser repräsentativen Kulturarbeit bereitet: ein unaufhörliches Auf- und Abschreiben, Verzeichnen, Registrieren und Archivieren. Eine europäische Kultur der Sekretäre wird in den Aufsätzen dieses Bandes historisch und thematisch im weitesten Sinne begriffen. Sie schließt den apostolischen Auftrag als Sekretariat des göttlichen Wortes ebenso ein wie die graue Arbeit des Kanzlisten im Dienste eines abendländischen Gerichtswesens; sie reicht von den Archivaren und Bibliothekaren der neuzeitlichen Gedächtnisbürokratie bis hin zum Stand von Sekretärin oder digitalen Techniken im modernen Büro; sie wird von der unermüdlichen Arbeit mittelalterlicher Kopisten ebenso geprägt wie von der neueren Machtfigur des General- und Parteisekretärs. In allen diesen Fällen lässt sich die Gestalt des Sekretärs ganz allgemein als eine Schaltstelle von Daten und Botschaften begreifen, die die grundsätzliche Fremdheit der Rede in die autorisierten Formen des Befehls und der Rechtsprechung, der Wahrheitsrede und der Kunst übersetzt. Das Imaginäre einer europäischen Kultur wird ermöglicht und überliefert durch das Reale einer sekretären Politik – als einer Politik der Namen und Taten, der ›res gestae‹ im weitesten Sinn.