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Thomas Christen: Filmischer Exzeß
Filmischer Exzeß
(S. 269 – 282)

Annäherung an ein vermeintlich oberflächliches Phänomen

Thomas Christen

Filmischer Exzeß
Annäherung an ein vermeintlich oberflächliches Phänomen

PDF, 14 Seiten

Im Zentrum von Thomas Christens Beitrag stehen Spielfilme, die sich durch einen stilistischen Exzess auszeichnen und dadurch die herkömmliche Hierarchie zwischen (übergeordneter) Erzählung und (untergeordnetem) Stil, dem Was und dem Wie, umkehren. Damit geht es um ein ästhetisches Phänomen, dem die Filmkritik meist mit dem Vorwurf der Oberflächlichkeit begegnet und dem sich die Filmtheorie bislang nur am Rand widmete. In einem doppelt angelegten historischen Parcours legt Christen einerseits die (wenigen) Kontexte der Theoriegeschichte frei, innerhalb derer man sich mit filmischem Exzess auseinandersetzte und untersucht andererseits die Filmgeschichte auf die Frage hin, welche Strömungen sich zu welchen Zeiten in welcher Absicht dieser Ästhetik bedienten. Heraus kommt die Rehabilitierung einer Ästhetik, der mit pejorativen Etiketten wie »Formverliebtheit«, »Extravaganz« oder »Mangel an Tiefsinn« nicht beizukommen ist.

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Thomas Christen

studierte Germanistik, Publizistikwissenschaft, Psychologie und Filmwissenschaft. Anschließend war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Lehrbeauftragter am Seminar für Filmwissenschaft an der Universität Zürich. Seine Forschungsschwerpunkte sind: Narration, internationale Filmgeschichte, Art Cinema und Neue Wellen, Autorenfilm, Stil und filmischer Exzess.

Die Gruppe »Oberflächenphänomene« (Hg.): Mehr als Schein

Oberflächen galten und gelten gemeinhin als suspekt: Sie scheinen nur der Zier, wenn nicht gar der Irreführung zu dienen, denn der Schein, so heißt es seit jeher, trügt. Das Wesentliche dagegen – Inhalt, Bedeutung, Wahrheit – wird in der Tiefe vermutet. Der vorliegende Band diskutiert nicht das vermeintlich Defizitäre der Oberfläche, sondern das, was sie in erster Linie ist: ein ästhetisches Phänomen, das von Inhalten nicht ablenkt oder sie schmückt, sondern sie überhaupt erst prägt und ihnen sinnliche Dimension verleiht. Die Beiträge aus Filmwissenschaft, Kunstgeschichte, Literatur- und Theaterwissenschaft sind vereint durch das Forschungsinteresse an den ästhetischen und medialen Umwertungen, welche die Effekte und Erscheinungen von Oberflächen rund um die bürgerliche Episteme der Tiefe erfahren haben. Feudale Kunstwerke, antibürgerliche Avantgardebewegungen, neue Medien sowie postmoderne Theorieansätze haben je spezifische Ästhetiken und Theoreme der Oberfläche geboten, welche die Erscheinungs- und Bedeutungsvielfalt des Begriffs deutlich machen, seine Metaphorik ausloten lassen und Annäherungen an seine Komplexität ermöglichen.

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