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Wissenschaft

Der Spitzel im Bild
Der Spitzel im Bild

Sylvia Sasse

Operative Zensur

Eine operative Zensur soll nicht nur zeigen, dass es keine Zensur gibt, sondern vorführen, dass wir es mit einem intakten Rechtssystem zu tun haben, das Bombendrohungen ernst nimmt, sich um Brandschutzmaßnahmen sorgt oder Zuschauer und Leser vor pornografischer oder blasphemischer Kunst und Literatur beschützt.
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Saturnaaaaalien

Sina Dell’Anno

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Aktuelle Texte

Dieter Mersch

Digital Disrupture

Theorien des Digitalen beziehen ihre Konjunktur aus einer zweideutigen Lage. Zum einen besitzen sie ihre Herkunft in den Visionen und Utopien der gegenkulturellen Aufklärung der 1970er Jahre, aus denen nicht nur der Personal-Computer, sondern auch die Medienwissenschaften und Medientheorien hervorgegangen sind, die den digital disrupture theoretisiert und unter Reflexion gestellt haben und nach deren Diagnose wir vor einer ebenso nachhaltigen Zäsur stehen wie die frühe Neuzeit mit der Erfindung des Buchdrucks. Alle Zeichen und Inhalte bisheriger Kulturen stehen damit auf dem Prüfstand, werden transformiert und von einer Entwicklung überholt, deren weitere Dynamik kaum absehbar ist. Die mit der Digitalisierung verbundene technologische Wende, so die allgemeine Analyse, werde alle Lebensverhältnisse dermaßen verändern und von Grund auf durchschütteln, dass mit Marshall McLuhan und dessen zusammen mit Quentin Fiore verfassten Buch, dessen Titel ironischerweise nicht lautet: The Medium is the Message, sondern The Medium is the Massage, von einer gründlichen ›Massage‹ des gegenwärtigen...

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Themen
    • Optische Täuschung
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  • Farbe und Bedeutung

    Farbe und Bedeutung

    Who is afraid of Red, Yellow, Blue…?

    • Farbenlehre
    • Farbe
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    • Semiotik / Semiologie
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  • minima oeconomica

    minima oeconomica

    Analysen und Kritik moderner Ökonomie, deren Wissenschaft und Legitmation im Zeitalter der Finanzialisierung

    • Diskursgeschichte
    • Ökonomisierung
    • Finanzkrise
    • Wirtschaft
    • Finanzmärkte
    • Ökonomie
Aktuelle Texte

Maria Filomena Molder

»So viele Egoisten nennen sich selbst Autoren…«

»So viele Egoisten nennen sich selbst Autoren«, schrieb Rimbaud am 15. Mai 1871 an Paul Demeny. Auch wenn es nicht immer offensichtlich scheint, ist »Ich«, die erste Person, zugleich die unbekannteste Person, ein Geheimnis, das sich ständig auf die anderen beiden, die zweite und die dritte Person, zubewegt, eine Reihe von Entfaltungen und Brüchen, die irgendwann zu »Je est un autre« verklumpte. Deshalb ist »apokryph« ein literarisch irrelevanter Begriff und »pseudo« ein Symptom, der schlagende Beweis, dass das Leben, das Schreiben, aus Echos besteht, was wiederum bedeutet, dass Einschaltungen und Diebstähle (auch dies spricht Borges an) stets das täglich Brot derjenigen sein werden, die schreiben.

Die Worte anderer, entstellte und verstümmelte Worte: Sie sind die Almosen der Zeit, die einzige Wohltat dieses Verschwenders. Und so viele andere, zumeist andere, die schrieben, und viele andere Seiten, allesamt apokryph, allesamt Echos, Spiegelungen. All dies fließt in den letzten Worten zusammen, die – zwei...

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Aktuelle Texte

Jean-Luc Nancy

Des zétrangers des zah des zuh

Fremdartiger extraneus von draußen nicht von drinnen (intraneus) nicht von zu Hause unheimlich nicht von daheim
vor den Toren – fores foreigner nicht im Einklang zu viel odd irregulär nicht normal selten sonderbar seltsam merkwürdig besherat tapfer elegant eigensinnig durchgedreht verschroben falsch frappierend ungewöhnlich erstaunlich

 

Es ist erstaunlich wie reich wir sind an Wörtern Formen Weisen die um das seltsam Fremde des Ausländers kreisen der nicht unser Landsmann ist pas pays avec nous wie man früher in Frankreich sagte c’est un pays à moi für jemanden aus meinem Dorf meiner Gegend meiner Provinz meinem Nest

 

Reich im Übermaß für alles was nicht nah und eigen geeignet passend mitmenschlich ist kein Mitdasein

 

Denn wir nehmen an dass mit avec with stimmig gehaltvoll solide und solidarisch ist und dass das was without avecsans mitohne ist außermittig oder außermitmenschlich

 

Aber »mit« »selbig« »nah« verlangt das Abrücken das Außen

 

Jede Nummer eine Art Meta-Collage
Jede Nummer eine Art Meta-Collage

Stefan Zweifel

Georges Bataille. Geschichten des Auges

Abgehackte Rinderfüße vor Schlachthöfen, gewaltige Blutstriemen am Boden, hingepinselt nicht von Francis Bacon, sondern von anonymen Metzgergesellen, dann große Zehen von Menschen, die unsere verdrängte Unbeholfenheit und Hässlichkeit zeigen sollten, oder ersterbende Fliegen, die als dunkle Wolke des Todes auf Klebepapier wimmeln, zwischen all diesen fotografischen Ekelerregungskunststücken tauchte in der siebten Nummer der Zeitschrift »Documents« 1929 auch die Fotografie einer seltsam geformten Manuskriptrolle auf: die »120 Tage von Sodom«, jene schauerlichste Abrechnung mit dem Projekt der Aufklärung, die der Marquis...
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Aktuelle Texte

Judith Kasper, Cornelia Wild

Nach dem Sammelband: das Wagnis des Disparaten

Sammelbände folgen in erster Linie einem Prinzip der Ökonomisierung des Wissens (↑ Leistungspunkte/ECTS). Die Ursache dafür liegt in einer Politik begründet, in der die Qualifizierung maßgeblich auch an der Quantität der Publikationen gemessen wird (↑ Ranking). Eine Alternative zum Sammelband könnte im naturwissenschaftlichen Modell bestehen, in Zeitschriften, bei denen die Qualitätshoheit Peer Reviews haben. Ist aber dieses aus den Naturwissenschaften übernommene Modell für die Geisteswissenschaften adäquat? Kommt es nicht vielmehr darauf an, den geisteswissenschaftlichen Traditionen und den daraus hervorgehenden Denkweisen durch die Publikationsform Rechnung zu tragen? Im Unterschied zu den Naturwissenschaften, die objektive Maßstäbe für die Qualität der Beiträge festlegen können – in Bezug auf die Ergebnisse, wie auch auf die Darstellungsform – lassen sich geisteswissenschaftliche Arbeiten nicht ohne weiteres objektivieren. Das Qualitätsversprechen des Peer Review stößt immer da an seine Grenzen, wo die geisteswissenschaftliche Denkweise beginnt (↑ Lektürekurs). Die unmittelbare Übersetzung von naturwissenschaftlichen Verfahren löscht das, was die Beiträge ausmachen sollte: eine Neuheit des...

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  • Interdisziplinarität
  • Geisteswissenschaften
  • Ökonomisierung
  • Bologna-Prozess
  • Bürokratie
Aktuelle Texte

Till Breyer, Tillmann Severin

Numerische Verhältnisse

ECTS ist ein Währungssystem, dessen Akkreditierungsagenturen ganz im Stile der Rating Agenturen fortwährend die richtige Bewertung ökonomischer Potenziale zu finden versuchen: Aus dem Umstand, dass »zwischen dem für das Erreichen der Lernergebnisse vorgesehenen und dem tatsächlichen Arbeitsaufwand erhebliche Diskrepanzen« festgestellt wurden, folgern die Autoren des Bologna Glossary im Jahr 2006 »einen erheblichen Bedarf an Informations- und Erfahrungsaustausch.« Geleistete Stunden sollen also besser abgebildet werden, um eine Währungserosion zu vermeiden und zu verhindern, dass am Ende ECTS-zertifizierte Akademiker wie Falschgeld durch den europäischen Wirtschaftsraum zirkulieren.

Wie aber sähe dieser Erfahrungsaustausch in den Geisteswissenschaften aus? Soll genau belegt werden, wie lange es durchschnittlich dauert, bis man Kafkas »Prozess« verstanden hat? Bis man einen Eindruck vom Verschwinden des modernen Menschen bekommen hat, das Foucault beschreibt? Oder bis man in kritischer Weise mit dem Begriff der »Kontrollgesellschaft« umzugehen weiß? Die »Diskrepanz« zwischen bescheinigter und geleisteter Arbeitszeit, um die die Akteure des Bologna-Prozesses sich sorgen, scheint...

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  • Bildungspolitik
  • Bologna-Prozess
  • Bildung
  • Ökonomisierung
  • Kompetenzmessung