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Wissenschaft

Aby Warburg und Georges Bataille
Aby Warburg und Georges Bataille

Michel Mettler (Hg.), Basil Rogger (Hg.), ...

Holy Shit

1929 ist ein reiches Jahr in einer Zeit des Umbruchs. Spannungsfelder der Globalisierung in der Kultur zeigen sich darin wie in einem Prisma: 
Bronislaw Malinowski veröffentlicht seine Untersuchung über die Trobriand-
Indianer, Ernst Jünger »Das abenteuerliche Herz«, Kurt Kläber sein 
pazifistisches Manifest »Krieg«, Robert Byron »The Byzantine Achieve­ment«, Erika Mann zusammen mit ihrem Bruder Klaus »Rundherum. Das Abenteuer einer Weltreise«, Winston Churchill den vierten Band von »The World Crisis«. Kemal Atatürk gibt eine türkische Version des Korans in Auftrag, die Londoner...
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Aktuelle Texte

Dieter Mersch

Digital Disrupture

Theorien des Digitalen beziehen ihre Konjunktur aus einer zweideutigen Lage. Zum einen besitzen sie ihre Herkunft in den Visionen und Utopien der gegenkulturellen Aufklärung der 1970er Jahre, aus denen nicht nur der Personal-Computer, sondern auch die Medienwissenschaften und Medientheorien hervorgegangen sind, die den digital disrupture theoretisiert und unter Reflexion gestellt haben und nach deren Diagnose wir vor einer ebenso nachhaltigen Zäsur stehen wie die frühe Neuzeit mit der Erfindung des Buchdrucks. Alle Zeichen und Inhalte bisheriger Kulturen stehen damit auf dem Prüfstand, werden transformiert und von einer Entwicklung überholt, deren weitere Dynamik kaum absehbar ist. Die mit der Digitalisierung verbundene technologische Wende, so die allgemeine Analyse, werde alle Lebensverhältnisse dermaßen verändern und von Grund auf durchschütteln, dass mit Marshall McLuhan und dessen zusammen mit Quentin Fiore verfassten Buch, dessen Titel ironischerweise nicht lautet: The Medium is the Message, sondern The Medium is the Massage, von einer gründlichen ›Massage‹ des gegenwärtigen...

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Aktuelle Texte
60 Billiarden Moleküle

Thomas Huber

60 Billiarden Moleküle

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Sergej Eisenstein: Gespräch, Screening, Buchpräsentation mit Elena Vogman

29.06.2018, 19:00

HKW – Haus der Kulturen der Welt
John-Foster-Dulles-Allee 10
10557 Berlin
Deutschland

 

Themen
  • Farbe und Bedeutung

    Farbe und Bedeutung

    Who is afraid of Red, Yellow, Blue…?

    • Monochrom
    • Semiotik / Semiologie
    • Farbe
    • Farbenlehre
    • Bildlichkeit
  • minima oeconomica

    minima oeconomica

    Analysen und Kritik moderner Ökonomie, deren Wissenschaft und Legitmation im Zeitalter der Finanzialisierung

    • Diskursgeschichte
    • Ökonomie
    • Finanzmärkte
    • Wirtschaft
    • Ökonomisierung
    • Finanzkrise
  • Choreographing multitudes

    Choreographing multitudes

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Aktuelle Texte

Claas Morgenroth

Gedichte sind momentane Fantasien

»Gedichte sind momentane Fantasien und folge ich den Wörtern, in welche Bereiche gelange ich zurück? Verfaulte Wörterbücher, verfaulte Bibliotheken, ein gespensterhafter Sinn, der ganz leer ist und herumgeistert. […] [D]ie Rückbezüge müssen aufhören, und das heißt, die Verklammerung von Dingen und Menschen.« (Brinkmann 2005a, 256)

Rolf Dieter Brinkmanns »Unkontrolliertes Nachwort zu meinen Gedichten«, 1974 für den Gedichtband Westwärts 1 & 2 (1975/2005) verfasst, gehört zu den radikalsten Selbstauskünften der Literaturgeschichte. Aus Platzmangel konnte es in der Erstausgabe nicht erscheinen und liegt erst seit der zweiten Ausgabe vollständig vor (→ einführend Jacob 2012). Auf 74 Druckseiten ohne Absatz beschreibt Brinkmann sein poetisches Grundproblem, die Kontamination der Sprache durch Sinn und Geschichte und die omnipräsente Gewalt der Zeichen, die dem Körper das Leben, die Erfahrung und die Liebe rauben. Im Vordergrund steht die Überzeugung, dass der Anspruch der Moderne, den Menschen aus der selbst verschuldeten Entfremdung und den gesellschaftlichen Widersprüchen herauszuführen, nur im Rücken...

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Aktuelle Texte

Daniel Tyradellis

»Tatsächlich ist manifeste physische Gewalt unter Akademikern selten«

Sie senkte die Stimme. Immer wenn es wichtig wurde, verringerte sie solcherart ihren Ausdruck. Vor der Gruppe sitzend, markierte sie die tiefe Konzentration, die Erschöpfung, aus der heraus sie gerade noch die Kraft aufbrachte, das Entscheidende vorzutragen – als Frucht wochen- und monatelanger Arbeit in Bibliotheken, Archiven und sonstigen Denkstätten. Sie schaute dabei niemals in die Richtung derer, zu denen sie sprach, sondern stets nach unten und ins Leere, so als sei das Gesagte verbunden mit der Kümmernis und Einsamkeit einer Wahrheit in ihrer unbarmherzigen Wucht. Wie der Großinquisitor trug sie die Last dieser Welt.


Ich saß da und dachte: Was für ein affektierter Unsinn. Oder handelte es sich nur um eine Art Autosuggestion, ein ins Auditive transformiertes Fort-da-Spiel? Denn die Attitüde schien auch zu sagen: Ich bin ganz bei mir und zugleich fast nicht da, vielmehr ganz beim Wissen. Vielleicht suchte sie auch durch die Modulation ihrer Stimme Widerstand gegen die...

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Zur Kritik der Wirksamkeit in den Künsten
Zur Kritik der Wirksamkeit in den Künsten

Kathrin Busch (Hg.), Burkhard Meltzer (Hg.), ...

Ausstellen

Das Ausstellen als eine Kritik der Wirksamkeit aufzufassen, ist sicher kein ungewöhnlicher Gedanke. Man könnte die Geschichte des Ausstellens sogar in erster Linie als Widerstand gegen ein bestimmtes Verständnis von Wirksamkeit lesen. Als ästhetische Einklammerung soll die Ausstellung eine Kontinuität zur alltäglichen Handlung unterbrechen. Die Ästhetik der musealen Räume etabliert sich als Gegenbild zum zweckorientierten Umgang mit Dingen. Trotz vielfacher künstlerischer ­Initiativen, dieses Paradigma durch die Thematisierung insti­tutioneller Bedingungen oder durch die Herstellung von sozialen Interaktionen kritisch zu befragen, gehört...
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  • Ästhetik
  • Denkt Kunst
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  • Ausstellung
Aktuelle Texte

Sergej Eisenstein

»Was sich bewegt, ist also beseelt…«

Genau dieser Prozess ist es, den Disney in seinen Zeichnungen spürbar und gegenständlich darstellt.

Das sind nicht nur Wellen, die auf die Bordflanken eines Dampfers faktisch »einboxen« (und der bekannten Formel des Komischen folgend, in ihren Umrissen zu Boxhandschuhen werden!).

Es ist auch das erstaunliche, plastische Spiel der Konturen von Disneys Zeichnungen.

Bei Verwunderung dehnen sich die Hälse.

Bei panischer Flucht strecken sich die Beine.

Bei Angst zittert nicht nur der Held, sein Umriss ist gewellt.

Hier, in diesem Element der Zeichnung, wird das wirksam, was ich mit so vielen zitierten Beispielen belegen wollte.

Das ist eine hochinteressante Erscheinung.

Wenn sich der Hals eines Pferdes oder einer Kuh vor Schreck dehnt, dann dehnt sich die Darstellung der Körperfläche und nicht der Umriss als selbständiges Element!

In einer solchen Halsdehnung fehlt noch das, was über das »schleichende« Gebirge und den »schwellenden« Umriss des Hügels angemerkt wurde.

Erst wenn der Umriss des Halses über die möglichen Grenzen einer Halsdehnung hinauswächst, verkörpert er...

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Aktuelle Texte

Philipp Felsch

Wissen, ca. 1980

Offen gestanden versuche ich, das Wort ›Praktiken‹ inzwischen möglichst selten zu verwenden. Denn bei den letzten Malen zerfiel es mir manchmal wie ein modriger Pilz im Mund. Wenn ich es von anderen höre, reagiere ich skeptisch: Kaum ein anderer Begriff kommt innerhalb der Wissenschaftsgeschichte und den angrenzenden Kulturwissenschaften nämlich mit einer so massiven Selbstevidenz daher. Meistens nicht allein, sondern von einem Attribut begleitet. Dann ist von ›diskursiven‹, ›epistemischen‹ oder ›kognitiven‹ Praktiken die Rede. Stets geht es darum, etwas, das mit Wissen, mit Denken oder Begriffen zu tun hat, in Wirklichkeit als Praxis zu erweisen. Soweit ich sehe, ist das seit den achtziger Jahren der Fall. Doch anders als damals werden die Voraussetzungen, die Ansprüche und Implikationen dieser Umdeklarierung heute kaum noch diskutiert. Eine diffuse Bedeutung, die immer mittransportiert wird, lautet: »Hier wird keine Ideen­geschichte getrieben.« – »Und das ist auch gut so!«, könnte der oder die Betreffende sogleich hinzufügen, denn einer...

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