Nutzerkonto

Wissenschaft

Aby Warburg und Georges Bataille
Aby Warburg und Georges Bataille

Michel Mettler (Hg.), Basil Rogger (Hg.), ...

Holy Shit

1929 ist ein reiches Jahr in einer Zeit des Umbruchs. Spannungsfelder der Globalisierung in der Kultur zeigen sich darin wie in einem Prisma: 
Bronislaw Malinowski veröffentlicht seine Untersuchung über die Trobriand-
Indianer, Ernst Jünger »Das abenteuerliche Herz«, Kurt Kläber sein 
pazifistisches Manifest »Krieg«, Robert Byron »The Byzantine Achieve­ment«, Erika Mann zusammen mit ihrem Bruder Klaus »Rundherum. Das Abenteuer einer Weltreise«, Winston Churchill den vierten Band von »The World Crisis«. Kemal Atatürk gibt eine türkische Version des Korans in Auftrag, die Londoner...
  • Georges Bataille
  • Bildtheorie
  • Globalisierung
  • Ausstellung
  • Aby Warburg
Aktuelle Texte

Marcus Quent

Vom Verrinnen der Zeit in der absoluten Gegenwart

Wenn der »Glaube an die Welt« fehlt, wenn man die Welt verloren hat oder ihrer beraubt wurde, so ist alles, was in einem solchen Zustand des Unglaubens übrigbleibt, das Verrinnen der Zeit. Das Verrinnen der Zeit, das heute mehr und mehr zu sich selbst zu kommen scheint, sich seiner Vollendung zuneigt, ist ein Prozess, der von den Einzelnen als undurchsichtiges und widersprüchliches Geschehen erfahren wird, der aber als solches unbegreifliches Geschehen zugleich die Gestalt eines unumstößlichen Faktums annimmt. Dass Zeit nur verrinnen kann, dass es sie nur als verrinnende, als Maß ihres eigenen Verrinnens gibt, wird allgemein akzeptiert und vorausgesetzt. Diese allseits vorherrschende Überzeugung, die sich selbst als reines Faktum präsentiert, gründet jedoch in einem Vergessen und einem Verrat. Vergessen und verraten sind, mit Deleuze gesprochen, die in der Welt hervorgerufenen »Ereignisse« und die in die Welt gebrachten »Zeit-Räume«. Sie zeugen von der Möglichkeit und Wirklichkeit eines anderen Zeit-Maßes. Vergessen...

ABO EN
Aktuelle Texte

Dieter Mersch

Digital Disrupture

Theorien des Digitalen beziehen ihre Konjunktur aus einer zweideutigen Lage. Zum einen besitzen sie ihre Herkunft in den Visionen und Utopien der gegenkulturellen Aufklärung der 1970er Jahre, aus denen nicht nur der Personal-Computer, sondern auch die Medienwissenschaften und Medientheorien hervorgegangen sind, die den digital disrupture theoretisiert und unter Reflexion gestellt haben und nach deren Diagnose wir vor einer ebenso nachhaltigen Zäsur stehen wie die frühe Neuzeit mit der Erfindung des Buchdrucks. Alle Zeichen und Inhalte bisheriger Kulturen stehen damit auf dem Prüfstand, werden transformiert und von einer Entwicklung überholt, deren weitere Dynamik kaum absehbar ist. Die mit der Digitalisierung verbundene technologische Wende, so die allgemeine Analyse, werde alle Lebensverhältnisse dermaßen verändern und von Grund auf durchschütteln, dass mit Marshall McLuhan und dessen zusammen mit Quentin Fiore verfassten Buch, dessen Titel ironischerweise nicht lautet: The Medium is the Message, sondern The Medium is the Massage, von einer gründlichen ›Massage‹ des gegenwärtigen...

ABO EN

Radikales Denken. Zur Aktualität Susan Sontags – Buchpräsentation

24.01.2018, 20:30

pro qm
Almstadtstraße 48–50
10119 Berlin
Deutschland

Sturm auf den Winterpalast
Forensik eines Bildes

24.11.2017 – 08.04.2018

HMKV im Dortmunder U
Leonie-Reygers-Terrasse
44137 Dortmund
Deutschland

 

Themen
Aktuelle Texte

Randy Martin

Toward a Social Logic of the Derivative

The moral panic directed by re-energized conservatives at idle (but really idled) youth would cast a broad net of guilt over errant culture – whether that is screen or stage, digital monomania or excessive streetlife. But we could see in these decentered movement practices derivative cousins of moshing, mashing and mixing, as well as in alternate artistic practices of collectives and collaboratories, images for self-production, self-representation and self-dissemination.

The past forty years in which finance emerged from one ruined ground to plough through yet another have re-oriented some senses by which what can be done, what is available for doing, and what wealth exists for have been subject to particular regimes of evaluation. Derivatives came to stand for vast aggregates of wealth unmoored from any particular purpose. The imperial power which has historically underwritten financial sovereignty has also morphed into a kind of discretionary intervention, easy to enter but difficult to sustain...

ABO
  • Risiko
  • Gemeinschaft
  • Finanzkrise
  • Politik
  • Performativität
Aktuelle Texte

Cornelia Wild

Welches Maß kennt die Modularisierung?

Die Modularisierung erfolgt im Zeichen der Verwirklichung einer globalen Idee, in der immer wieder betont wird und betont werden kann, wie sehr diese als positive Möglichkeit und nicht als negative Unterdrückung verstanden werden soll. Diese Positivierung konfrontiert uns mit der Unmöglichkeit, uns dagegen zu wehren. Da die Trennung von Selbst und Staat verwischt worden ist, bedeutet jedes Aufbegehren immer auch, sich gegen sich selbst zu wenden. Anstatt zu rebellieren, reagieren die Betroffenen mit Erschöpfung (↑ Lebensführung, studentische). Doch nicht ein Mehr an Wissen führt zur Überforderung der »neuen« Studierenden, sondern die Überforderung resultiert aus der Unmöglichkeit, das zu erwerbende Wissen in eine individuelle Praxis zu überführen. Denn in dem Moment, in dem die individualisierte Technik des rechten Maßes nicht mehr aus eigenem Wunsch heraus erfolgt, kippt sie in eine repressive Maßnahme.

OPEN
ACCESS
  • Bildungspolitik
  • Bologna-Prozess
  • Bürokratie
  • Universität

 

Between Segregation, Cooperation, and Craziness
Between Segregation, Cooperation, and Craziness

Sebastian Vehlken

Ghetto Blasts

Even if it became popular in the context of the algorithmitization of the behavior of social insects, the birthplace of the term Swarm Intelligence is in robotics. Even engineers are subject to discourse dynamics: When Gerardo Beni and Jing Wang gave a short presentation on Cellular Robots at a NATO robotics workshop in 1988, that is, on “groups of robots that could work like cells of an organism to assemble more complex parts,” commentators allegedly demanded a buzzword “to describe...
OPEN
ACCESS
  • Roboter
  • Interface
  • Computergrafik
  • Schwarmintelligenz
  • Interdisziplinarität
Aktuelle Texte

Barbara Hahn

Publish or perish?

Vor nicht allzu langer Zeit fiel mir ein Buch in die Hände, verfasst vom Inhaber einer wohldotierten Professur an einer deutschen Universität. Ein erstaunliches Buch. Ich bin mir sicher, dass niemand es gelesen, geschweige denn korrigiert hat, bevor es in den Druck ging. Fast auf jeder Seite die unglaublichsten Fehler; jede Fußnote folgte einer anderen Zitierweise. Ein Buch, geschrieben im tapferen Kampf gegen die deutsche Sprache. Muss ich hinzufügen, dass der Verfasser/die Verfasserin Deutsche Literatur lehrt?

Deutsche Wissenschaftsverlage glauben nicht an peer reviews. Gedruckt wird, wofür ein Druckkostenzuschuss zur Verfügung steht. Auch angesehene Verlage haben längst kein Lektorat mehr. Oft wird nicht einmal mehr zusammen mit dem Autor Korrektur gelesen. Die Bücher, die bei diesem Prozess herauskommen, sehen entsprechend aus. Geschrieben wurden sie durchaus nicht für Leser; sie existieren nur, damit sie auf der Publikationsliste der Verfasser auftauchen (↑ Sammelband). Wobei sich die meisten der an Universitäten Lehrenden auf die üblichen zwei...

OPEN
ACCESS
  • Schreiben
  • Publizieren
  • Bologna-Prozess
  • Bildungspolitik
  • Universität